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Als die 4 Grazien bieten wir alltägliches Drama, Frohsinn, Glanz, Blüte und Sehnsucht mit Gier verwechselt.

Grazien hießen bei den Römern die drei lieblichen Mädchengestalten im Gefolge der Venus, die den griechischen Chariten ("chairein" griech. - sich freuen) entsprachen. Sie waren Töchter des Jupiter und traten in der Legende wie in der Kunst immer dann auf, wenn es galt, Anmut, Frohsinn und Schönheit zu verbreiten. In der bildenden Kunst hat man sie von alters her zu dritt dargestellt, als schöne nackte Mädchen mit Namen Euphrosyne (Frohsinn), Aglaia (Glanz) und Thaleia (die Blühende).

Tasso: Wo jeder Vogel in der freien Luft
Und jedes Tier, durch Berg' und Täler schweifend,
Zum Menschen sprach: Erlaubt ist was gefällt.
Prinzessin: mein Freund, die goldne Zeit ist wohl vorbei,
Allein die Guten bringen sie zurück.
Und soll ich dir gestehen, wie ich denke:
Die goldne Zeit, womit der Dichter uns
Zu schmeicheln pflegt, die schöne Zeit, sie war,
So scheint es mir, so wenig als sie ist;
Und war sie je, so war sie nur gewiß,
Wie sie uns immer wieder werden kann.
Noch treffen sich verwandte Herzen an
Und teilen den Genuß der schönen Welt;

(J. W. Goethe: 'Torquato Tasso')